Internationale Wochen gegen Rassismus Esslingen 2019

190203_Komma_IWgR_VS-WEB

18. bis 23. März – Podiumsdiskussionen, Vorträge, Konzert, Party, Vernetzung

Tag für Tag werden Menschen in unserer Gesellschaft wegen ihrer Herkunft, ihres Aussehens oder ihrer Überzeugungen ausgegrenzt. Vom 18. bis 23. März 2019 finden erstmals die Internationalen Wochen gegen Rassismus Esslingen im KOMMA – Jugend und Kultur statt, um ein klares Zeichen gegen Menschenverachtung und für Toleranz zu setzen. Es geht darum Solidarität zu zeigen, die herrschenden Zustände kritisch zu hinterfragen und positive Visionen des Zusammenlebens in einer offenen Gesellschaft zu entwickeln. Die Veranstaltungen sind überwiegend kostenfrei.

 

190203_Komma_IWgR_Button-Homepage

Montag 18.03., 19:00 Uhr

Rassismus? Doch nicht bei uns!

Eröffnung der ersten Internationalen Wochen gegen Rassismus Esslingen

Warum eine Themenwoche gegen etwas, das es in Esslingen doch gar nicht gibt? Rassismus und andere Formen der Menschenfeindlichkeit erscheinen manchen Menschen unsichtbar, während andere sie häufig im Alltag erfahren. An diesem Abend laden das KOMMA und alle Partner*innen und Unterstützer*innen der Internationalen Wochen gegen Rassismus Esslingen 2019 dazu ein die Vielfalt Esslingens zu feiern und gemeinsam darüber nachzudenken, was getan werden kann, um Hass und Hetze entgegen zu treten.

Zum Auftakt der Internationalen Wochen gegen Rassismus erklingt im KOMMA Björks legendäres Album “Homogenic” in einer außergewöhnlichen, genreübergreifenden Bearbeitung für Streichquintett mit allerlei Zusatzinstrumentarium. Es spielt das Quintett Wooden Elephant, das sich beim PODIUM gründete und inzwischen europaweit gefragt ist. Bratscher und Arrangeur Ian Anderson bearbeitet originell und fantasievoll ikonische Pop-Alben für Streichinstrumente, hier trifft feinster Streichersound auf hochwertige Pop-Musik und verwebt Welten, die vermeintlich nicht zusammenpassen.

Im Anschluss an das Konzert gibt es die Möglichkeit bei Snacks und Getränken gemeinsam über den Sinn und Zweck der Internationalen Wochen gegen Rassismus Esslingen zu diskutieren und sich auszutauschen.

Besetzung Wooden Elephant: Aoife Ní Bhriain, Violine  |  Hulda Jónsdóttir, Violine  |  Ian Anderson, Viola, Komposition  | Stefan Hadjiev, Violoncello  |  Nikolai Matthews, Kontrabass

Eine Veranstaltung des KOMMA in Kooperation mit PODIUM Esslingen

 

190203_Komma_IWgR_Button-Homepage

Dienstag 19.3., 19:00 Uhr

Worte und Taten.

Begriffe für menschenfeindliche  Einstellungen und wie sie sich im Handeln zeigen.

Rassismus, Sexismus, Antiziganismus – diese und viele andere Begriffe stehen für Versuche, Ideologien der Ungleichwertigkeit  von Menschen in Worte zu fassen. Doch was ist mit verschiedenen Worten gemeint und lassen sie sich überhaupt eindeutig definieren? Welche Verhaltensweisen folgen aus solchen Einstellungen und was macht dies mit den Betroffenen? Welche Handlungsstrategien gibt es? Auf dem Podium diskutieren Expert*innen und beantworten Publikumsfragen.

Podiumsteilnehmer*innen:

Argyri Paraschaki, Vorstandsmitglied im Landesverband der kommunalen Migrantenvertretungen Baden-Württemberg e.V.

Chana Dischereit, Wissenschaftliche Referentin für Politik und Gesellschaft im Verband Deutscher Sinti und Roma e.V. – Landesverband Baden-Württemberg

Heval Demirdöğen, Leiter Fach- und Beratungsstelle LEUCHTLINIE für Betroffene von rechter Gewalt

Stephanie Garff, Mitarbeiterin LAGO BW e.V. – Anlauf- und Vernetzungsstelle gegen Rassismus, Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit und Rechtsextremismus (Moderation)

Eine Veranstaltung des KOMMA in Kooperation mit LEUCHTLINIE und LAGO Baden-Württemberg

 

190203_Komma_IWgR_Button-Homepage

Mittwoch, 20.03., 18:30 Uhr

BEALE STREET (USA 2018)

Ein filmischer Beitrag zur Diskussion über Rassismus – nicht nur in den USA – im Kommunalen Kino Esslingen

119 Minuten, FSK: ab 12 beantragt | deutsche Fassung, USA 2018 | Regie: Barry Jenkins | mit: KiKi Layne, Stephan James, Regina King

Tish und Fonny sind ein junges Paar in Harlem. Als er fälschlicherweise einer Vergewaltigung beschuldigt wird und ohne Prozess  ins Gefängnis kommt, obwohl alle Indizien für seine Unschuld sprechen, versucht Tish mit allen Mitteln und anfangs voller Zuversicht, Fonny noch vor der Geburt des gemeinsamen Kindes aus dem Gefängnis zu holen …

Zwei Jahre nach seinem überraschenden Oscar-Gewinner MOONLIGHT thematisiert Barry Jenkins in BEALE STREET erneut die afro-amerikanische Gegenwart – auch wenn sein Film in den 1970er Jahren spielt. Basierend auf einem preisgekrönten Roman von James Baldwin erzählt er in seinem bewusst zeitlosen neuen Werk mit viel Feingefühl von Liebe und Rassismus und vor allem der Ungerechtigkeit des amerikanischen Justizsystems.

“Ganz einfach einer der bestgespielten, bestfotografierten, bestinszenierten und berührendsten Filme des Jahres!” (filmstarts.de)

Eine Veranstaltung des Kommunalen Kinos Esslingen, Maillestraße 4 – 9, Esslingen, Eintritt: € 8,00 | € 5,00 ermäßigt für Mitglieder, Jugendliche unter 18 Jahren, Studierende, Tickets unter www.koki-es.de

 

190203_Komma_IWgR_Button-Homepage

Donnerstag 21.03., 18:00 bis 22:00 Uhr

Rassismus in Esslingen? Rassismuskritische Perspektiven in und auf Esslingen

Esslingen scheint ein gelungenes Beispiel für erfolgreiche Integration zu sein. Dieser Gedanke stellt leider oftmals eine Verdrängung dar, denn Menschen in Esslingen erleben mitunter täglich Diskriminierung und Rassismus. Um dieses Problem zu thematisieren, laden wir alle interessierten Personen zu einer Veranstaltung am 21. März 2019, dem Internationalen Tag gegen Rassismus, ein.

Nausikaa Schirilla, Professorin für Soziale Arbeit, Migration und Interkulturelle Kompetenz der Katholischen Hochschule Freiburg wird mit einen Vortrag mit dem Titel “Rassismuskritik auf der kommunalen Ebene – Perspektiven für eine kritische Praxis” in die Thematik einführen. Es folgt ein Podiumsgespräch mit lokalen Akteur*innen.

Für vegane Snacks und Getränke ist gesorgt, nach der Veranstaltung darf verweilt, diskutiert und sich vernetzt werden.

Podiumsteilnehmer*innen:

Vera Nkenyi Ayemle, Geschäftsführerin Sompon Social Service e.V.

Kartal Türkmen, Vorstandsvorsitzender des Interkulturellen Forums Esslingen, e.V.

Markus Textor, Berater bei der Antidiskriminierungsstelle Esslingen und Doktorand

Tolga Anlas, Doktorand und Sozialarbeiter

Alexa Conradi, Koordinatorin der AntidiskriminierungsstelleEsslingen (Moderation)

 

Eine Veranstaltung der Antidiskriminierungsstelle Esslingen (ADES) in Kooperation mit dem KOMMA.

 

190203_Komma_IWgR_Button-HomepageFreitag 22.03., 15.00 bis 19:00Uhr

World Cafe gegen Rassismus – Ein Beitrag des Jugendbüros

 

Ganz nach dem Motto: „Liebe geht durch den Magen!“ wollen wir bei internationalen Köstlichkeiten einen Raum eröffnen, um unterschiedliche Sichtweisen, Herangehensweisen und Blickwinkel zum Thema Rassismus kennenzulernen, zu gewinnen, wie auch auszutauschen. Es heißt hinhören, hinterfragen und konstruktiv diskutieren, denn für viele Menschen sind Rassismus und andere Formen der Menschenverachtung tagtägliche Realität. Köstlichkeiten aller Art dürfen gerne mitgebracht und geteilt werden!

Eine Veranstaltung des Jugendbüros Esslingen, Maillestraße 5, Esslingen.

 

190203_Komma_IWgR_Button-Homepage
Freitag 22.03., 19:30 Uhr

Podiumsgespräch: Flucht und Engagement.

Seit den revolutionären Umwälzungen des „Arabischen Frühlings“ und den darauf folgenden politischen Umbrüchen von Tunesien bis zum Jemen ist der Nahe Osten wieder ins deutsche und europäische Bewusstsein gerückt. Auf die gewalttätige Eskalation in mehreren arabischen Ländern folgte spätestens seit 2014/2015 eine große Zahl von Menschen, die vor den tödlichen Zuständen in ihrer Heimat nach Europa flüchteten. Bis heute verstehen nur wenige Menschen in Deutschland die komplexen politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse im Nahen Osten, die die massenhafte Fluchtbewegung der vergangenen Jahre ausgelöst haben. Gleichzeitig ist die ursprüngliche Willkommenseuphorie in Deutschland lange verflogen, ob und wie die langfristige Integration von millionen geflüchteter Menschen gelingen soll, ist zutiefst umstritten.

Johanna Renz und Thomas von der Osten-Sacken setzen sich intensiv mit Migration und Fluchtursachen auseinander und engagieren sich praktisch. An diesem Abend gewähren sie Einblicke in ihre Arbeit und diskutieren die derzeitige Situation im Nahen Osten und in Deutschland. Zum Mitdiskutieren laden wir ein.

Podiumsteilnehmer*innen

Thomas von der Osten-Sacken ist seit vielen Jahren als Publizist zum Thema naher Osten tätig und schreibt unter anderem für die Jungle World, Die Welt und taz. Thomas von der Osten-Sacken ist Geschäftsführer bei WADI e.V., einem Verein, der sich seit 1992 Krisenhilfe und solidarische Entwicklungszusammenarbeit in Irakisch-Kurdistan auf die Fahnen geschrieben hat.

Johanna Renz arbeitet ehrenamtlich für MITEINANDER, eine Gruppe, die Asylsuchende in Esslingen unterstützt. Sie ist Mitglied der Aktionsgruppe Seebrücke Esslingen, aktiv im Flüchtlingsrat Baden-Württemberg und engagiert sich im Anti-Rassistischen Netzwerk Baden-Württemberg.

 

Eine Kooperation des KOMMA mit dem Flüchtlingsrat Baden-Württemberg

 

190203_Komma_IWgR_Button-Homepage
Samstag 23.03., 20:00 Uhr, (Einlass ab 19 Uhr)

Poetry Slam gegen Rassismus

Zum Ende der internationalen Wochen gegen Rassismus gibt es eine spezielle Ausgabe des Poetry Slam Esslingen: Einen Slam gegen Rassismus.  Poetry Slam, ist ein moderner Dichterwettstreit und die zuschauerstärkste Kleinkunst in Deutschland. Schreibende aller Art treffen sich auf einer Bühne und tragen ihre selbstverfassten Stücke vor. Auf der Slam-Bühne findet alles statt, was mit Worten möglich ist.

Der Slam Esslingen wird präsentiert von Jana Kastner und Nikita Gorbunov. Eintritt: Vorverkauf (8€ / 6€ ermäßigt), Abendkasse: 9€ / 7€ ermäßigt

 

190203_Komma_IWgR_Button-Homepage

Samstag 23.03., ab 22:30 Uhr

Queer Oriental Party – Abschlussparty der Internationalen Wochen gegen Rassismus Esslingen 2019

Zu guter Letzt wird es nochmal richtig heiß! DJ Babylon aus Hannover liefert satte Sounds zwischen Oud und Base Drum, das Beste aus der reichen Musikkultur des Nahen Ostens und den treibenden Rhythmen elektronischer Beats. Außerdem bringt er eine Überraschung mit.

Obwohl wir die Musik dieses Namens lieben, ist uns die Fragwürdigkeit des Konstrukts „Orient“ durchaus bewusst. Zu erleben ist an diesem Abend eine Leseperformance des bahnbrechenden Werks „Orientalism“ von Edward Said, das die westlich-kolonialistische Konzeption des Orients dekonstruiert.

Willkommen sind ALLE die gemeinsam die große weite Welt und die wunderbar vielfältigen Menschen auf ihr Feiern und sich mit uns über die gelungenen ersten Internationalen Wochen gegen Rassismus Esslingen freuen wollen. Nicht willkommen sind Menschen die andere ausgrenzen und ihnen ihren Abend kaputt machen wollen.

Der Eintritt ist frei.

Eine Veranstaltung des KOMMA in Kooperation mit „Andrej ist anders – Selma liebt Sandra. Kultursensible sexuelle und geschlechtlich Vielfalt“ (Stuttgart)